07. Mai 2026

Wie erklärt man einem Kind, dass der Grossvater an Demenz leidet? Und wie entstehen eigentlich Gerichtsurteile? In dieser Serie stellen wir insgesamt sechs Vertiefungsarbeiten unserer Lernenden vor. Die ersten zwei VA spielen im Gerichtssaal und zwischen zwei Buchdeckeln.

Intro

Lernende im letzten Lehrjahr schreiben während acht Wochen im Fach Allgemeinbildung (ABU) eine Vertiefungsarbeit (VA). Die VA sind ein wesentlicher Bestandteil des Qualifikationsverfahrens. In dieser Serie geben wir Einblick in ausgewählte VA unserer Lernenden. Sechs Gruppen haben uns ihre Arbeiten in einem Interview vorgestellt. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die ersten zwei VA vor.


#1 Alles anders – Leben mit Demenz
Leonie Schmidt (l) und Maleen Zurbrügg (r). Bild: Benjamin Buri
Leonie Schmidt (l) und Maleen Zurbrügg (r). Bild: Benjamin Buri

Wie fühlt sich Demenz für Betroffene und Angehörige an? Dieser Frage gingen Maleen und Leonie aus der Klasse DA 23E nach. Im Interview geben die beiden Lernenden einen Einblick in ihre VA.
 

Warum sollte man Ihre Arbeit lesen?

Maleen: Die Meisten wissen zwar, dass man bei Demenz Sachen vergisst. Aber wie es für die Angehörigen ist, ist vielen nicht klar.

 

Ihre VA in drei Worten?

Leonie: Interessant, lehrreich und medizinisch angelegt.

 

Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Leonie: Da wir beide ein grosses Interesse an Medizin haben, suchten wir nach passenden Themen. In dieser Zeit ist mein Opa an Demenz erkrankt, wodurch ich auf die Idee gekommen bin, darüber zu schreiben.

 

Was war der schwierigste Moment während Ihrer VA?

Maleen: Der Anfang. Bis man endlich angefangen hat zu schreiben.

 

Worauf sind Sie besonders stolz?

Maleen: Auf unser Kinderbuch, das wir selbst gestaltet haben. Darin geht es um ein Kind, dessen Grossvater an Demenz erkrankt ist. Wir zeigen aus Sicht von Angehörigen, insbesondere von Kindern, welche Herausforderungen damit verbunden sind. Unser Ziel war es, die Krankheit kindgerecht und verständlich zu erklären. Denn gerade für Kinder ist es schwierig zu verstehen, wenn der eigene Grossvater plötzlich ihren Namen nicht mehr weiss.

Was hat Sie motiviert, ein Buch für gerade diese Zielgruppe zu schreiben?

Leonie: Da es selbst für uns in unserem Alter schon schwierig ist, diese Dinge zu verstehen, dachten wir, es wäre sinnvoll, das Thema so aufzubereiten, dass Kinder es leichter verstehen können.
 

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Zum Schluss wollten wir von den beiden Interviewten wissen, ob Sie Lernenden etwas mitgeben können, welche die VA noch vor sich haben.

Maleen: Sie sollen eine Übersicht machen, in der klar geregelt ist, wer was bis wann erledigt. So kann man auch gut von zu Hause arbeiten und weiss, was zu tun ist.


#2 Verurteilung
Titelbild VA von Luna de Meuron und Jessica Blatter
Titelbild VA von Luna de Meuron und Jessica Blatter

Wie läuft ein Gerichtsprozess in der Schweiz ab? Und wie sieht es eigentlich in einem Gerichtssaal aus? Genau diesen Fragen sind Luna und Jessica aus der Klasse MPA 23B nachgegangen. Im Interview berichten sie über ihre Erkenntnisse und Erfahrungen während der VA.
 

Warum sollte man Ihre Arbeit lesen?

Jessica: Wenn man mehr über Verurteilungen erfahren will, und dies nicht nur im rechtlichen Sinne.

Luna: Wenn man verstehen möchte, wie eine Verurteilung abläuft und wie es im Inneren eines Gerichts aussieht.

 

Ihre VA in drei Worten?

Luna und Jessica: Spannend, lehrreich und anders.

 

Was war der schwierigste Moment während Ihrer VA?

Luna: Das Abgeben, glaube ich. Man weiss nie genau, ob alles vollständig ist, ob man genug korrigiert hat – und dass man danach nichts mehr ändern kann.

 

Und der beste Moment?

Beide: Als wir die VA abgegeben haben und auch, als wir die Note erhielten.

 

Warum haben Sie dieses Thema gewählt?

Jessica: Wir wollten schon immer einmal ein Gericht besuchen. Die VA war für uns die perfekte Gelegenheit, das umzusetzen.

 

Ein besonderer Moment?

Luna: Das Warten auf die Prüfungsexpertinnen vor der Präsentation. Vor uns war noch eine andere Gruppe dran, und wir mussten lange warten, bis wir beginnen konnten – das war ziemlich nervenaufreibend.

Jessica: Der Besuch eines Gerichtsverfahrens. Es war sehr eindrücklich, den Ablauf sowie die beteiligten Personen vor Ort mitzuerleben.

 

Da im Gerichtssaal keine Fotos gemacht werden dürfen, hat Jessica ihre Eindrücke in Zeichnungen festgehalten.

Zeichnungen von Jessica Blatter
Zeichnungen von Jessica Blatter

Auch von Jessica und Luna wollten wir wissen, ob sie Lernenden etwas mitgeben können, welche die VA noch vor sich haben.

Beide: Es ist weniger schlimm, als man denkt. Vor allem die Präsentation hat viele im Vorfeld gestresst. Aber da man sie vor der eigenen Klasse hält, ist es am Ende gut machbar.


Die beiden Arbeiten zeigen eindrücklich, wie vielfältig und praxisnah die Vertiefungsarbeiten im Fach ABU sein können. In den kommenden Beiträgen stellen wir weitere spannende VA unserer Lernenden vor.

Autor: Benjamin Buri

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